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Versbuch

Der Daxelhofen

Conrad Ferdinand Meyer · 18251898

40 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1882

Den Hauptmann DaxelhofenBestaunten in der Stadt ParisDie Kinder und die ZofenUm seines blonden Bartes Vließ –Prinz Condé zog zu Felde,Der Hauptmann Daxelhofen auch,Da fuhr am Bord der ScheldeDer Blitz und quoll der Pulverrauch.

Die Lilienbanner hobenSich sachte weg aus NiederlandUnd schoben sich und schobenTout doucement zum Rheinesstrand.„Herr Prinz, welch köstlich Düften!So duftet nur am Rhein der Wein!Und dort der Thurm in Lüften,Herr Prinz, das ist doch Mainz am Rhein?

In meinem Pakt geschriebenSteht: Ewig nimmer gegens Reich!So steht’s und ist gebliebenUnd bleibt sich unverbrüchlich gleich!Ich bin von Schwabenstamme,Bin auch ein Eidgenosse gut,Und daß mich Gott verdamme,Vergieß ich Deutscher deutsches Blut!

In Mainz als Feind zu rückenReißt mich kein Höllenteufel fort,Betret’ ich dort die Brücken,So sei mir Hand und Schlund verdorrt!Nicht dürft’ ich mich bezechenMit frommen Christenleuten mehr!Mein Waffen lieber brechen,Als brechen Eid und Mannesehr!“

„La, la“, kirrt Condé, „fernerDient Ihr um Doppel-Tripellohn.“Da bricht vorm Knie der BernerIn Stücke krachend sein Sponton,Dem Prinzen wirft zu FüßenDie beiden Trümmer er und spricht:„Den König laß ich grüßen,Das deutsche Reich befehd' ich nicht!“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 334, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Daxelhofen“, Fassung 4.063.953 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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