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Versbuch

Der Gesang des Meeres

Conrad Ferdinand Meyer · 18251898

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1882

Wolken, meine Kinder, wandern gehenWollt ihr? Fahret wohl! Auf Wiedersehen!Eure wandellustigen GestaltenKann ich nicht in Mutterbanden halten.

Von der Erde seid ihr angezogen:Blaue Gipfel! Küsten weit gebogen!Dort der Stern ist eines Leuchtthurms Feuer!Ziehet, Kinder! Suchet Abenteuer!

Segelt, kühne Schiffer, in den Lüften!Ruhet, sel’ge Geister, über Klüften!Bauet Thürme! Blitzet! Liefert Schlachten!Traget glüh’nden Kampfes Purpurtrachten!

Rauscht im Regen! Murmelt in den Quellen!Füllt die Brunnen! Rieselt in die Wellen!Braust in Strömen durch die Lande nieder –Kommet, meine Kinder, kommet wieder!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 141, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Gesang des Meeres“, Fassung 3.092.509 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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