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Versbuch

Der Schreckliche

Conrad Ferdinand Meyer · 18251898

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1882

Benvenuto, sprich, was schmiedestDu wie rasend in der Werkstatt?Welches ungeheure Kunstwerk?– „Messer! Scharfe, feine Messer!“

Benvenuto, sprich, was prahlst du?Welche ungeheure LügeTischest auf du den Gesellen?– „Ich bin stummer als ein Fischchen.“

Benvenuto, sprich, was drohst du?Welche ungeheure Mordthat,Die vor Abend du begehn wirst?– „Ich bin frömmer als ein Lämmlein.“

Benvenuto bringt die EisenMeister Jakob von Perugia,Der den kranken Finger schneidetDem geduld’gen Kind des Goldschmieds.

Benvenuto’s glühnde BlickeFolgen jedem Schnitt des Stahles.„Raffaella, schmerzt mein Messer?“„Benvenuto, nein, es schmerzt nicht.“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 299, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Schreckliche“, Fassung 3.443.599 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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