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Versbuch

Wunsch

Theodor Fontane · 18191898

24 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1851

Ich wollte, daß in SturmesnachtDie Mutter mich zur Welt gebracht,Daß auf das Blitzen rings umherMein erster Blick gefallen wär’.

Ich wollte, daß sie nackt und bloßGebettet mich in Laub und Moos,Daß Sturm und Donner um die Wett’Mein Wiegenlied gesungen hätt’.

Ich wollte, daß der Hirsch im TannMein Spielgenoß als Knabe dann,Daß, über mir, der Sterne HeerDie Bibel mein gewesen wär’.

Das Auge hell, im Arme Mark,Frisch wie der Quell, wie Eichen stark,So wär’ ich in das Leben dannGetreten als ein ganzer Mann.

Im Busen lebte mir die Kraft,Die Thaten statt der Lieder schafft,Nicht länger säß der gute Will’Im Winkel drinnen, fromm und still.

O wär’ ich stark! nah ist der Streit,Und ganze Männer heischt die Zeit; –Ich wollte, daß in SturmesnachtDie Mutter mich zur Welt gebracht.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 24–25, 1. Auflage, Carl Reimarus’ Verlag. W. Ernst., Berlin, 1851
Digitalisat
de.wikisource.org — „Wunsch“, Fassung 3.028.009 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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