„Denkst Du verschwundener Tage, Marie?“
Theodor Fontane · 1819–1898
25 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1905
(Nach dem Englischen.)
„Denkst Du verschwundener Tage, Marie,Wenn Du starrst in’s Feuer bei Nacht?Wünscht Du die hellen Tage zurück,Wo Du selbst wie die Sonne gelacht?“
„„Ich denk’ der verschwundenen Tage, Johann,Und denk’ an all ihr Glück,Doch der sonnigste Tag, der über mich kam,Ich wünsch’ ihn nicht zurück.““
„Denkst Du an gestorbenes Hoffen, Marie,Wenn Du starrst in’s Feuer bei Nacht?Der Thau, der auf Dein Hoffen fiel,Hat Dich um die Erndte gebracht.“
„„Ich denk’ an gestorbenes Hoffen, Johann,Aber thu’s in stillem Sinn,Es starb, wie eine Rose stirbt, –Und was ist hin, ist hin.““
„Denkst Du gestorbener Freunde, Marie,Wenn Du starrst in’s Feuer bei Nacht?Wünscht Du sie zurück an den einsamen Herd,Den sie einst Dir so heimisch gemacht?“
„„Ich denk’ der gestorbenen Freunde, Johann,Sie sind allezeit mein Glück,Doch, die mir die liebsten gewesen sind,Ich wünsche sie nicht zurück.““
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Seite 217, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „„Denkst Du verschwundener Tage, Marie?““, Fassung 1.661.177 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.
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