Zum Inhalt springen
Versbuch

Berliner Republikaner

Theodor Fontane · 18191898

18 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1908

Berliner Jungen scharten sichVor einiger Zeit allabendlichNicht weit vom KupfergrabenUnd sangen gottserbärmlich:„Wir brauchen keenen Kenig nich,Wir wollen keenen haben!“

Da endlich packt ein FußgendarmNicht eben allzuzart am ArmDen allergrößten Jungen,Und spricht: „He, Bursch, juckt dir das Fell,Du Tausendsapperments-Rebell?Was hast du da gesungen?“

Doch der Berliner comme il fautErwidert: „Hab Er sich nicht so,Und laß Er sich begraben;Wozu denn gleich so ängstiglich,Wir brauchen keenen Kenig nich,Weil wir schon eenen haben!“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Aus dem Nachlaß von Theodor Fontane. S. 129, 4. Auflage, F. Fontane, Berlin, 1908
Digitalisat
de.wikisource.org — „Berliner Republikaner (Fontane)“, Fassung 3.780.176 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Theodor Fontane

Alle Gedichte von Theodor Fontane ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Realismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.