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Versbuch

Wider die Reaktion

Rudolf Lavant · 18441915

24 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1965

Der Junker schmeichelt, lockt und lügt,Und seiner Pfeife folgt der Bauer;Man hat sich rechts und links gefügt –Wir sind die letzte hohe Mauer.So schafft, wenn ihr euch selber liebt,Ein Sedan jedem Bauernfänger,So sorgt, daß an dem Wall zerstiebtDie Flut der Schinder und der Dränger!

Und was da zieht an ihrem StrangMit trügerischem Wortgeflunker,Das teile auch den Untergang,Das teile auch die Schmach der Junker.Wenn das Gewitter flammt und loht,So schont es Knechte nicht noch Herren –Wir müssen durch den blut’gen KotDer Wahlstatt ihre Banner zerren!

Doch soll der schwüle JunitagWas er verspricht auch ehrlich halten,Soll er zu einem DonnerschlagFür die Verschwörung sich gestalten,Muß auch der letzte Mann herausDer großen unterdrückten Masse,Und wer da lässig bleibt zu Haus,Übt Hochverrat an seiner Klasse!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Rudolf Lavant Gedichte, 3. Auflage, Akademie Verlag, Berlin, 1965
Digitalisat
de.wikisource.org — „Wider die Reaktion“, Fassung 3.492.470 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rudolf Lavant starb 1915; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1985 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 10218299X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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