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Versbuch

Der Bederschfeng

Rudolf Lavant · 18441915

40 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1965

Daß ihrsch nur wißt: ich bin ä GadolickeUn bin ooch sehre feste in mein Gloom:Drum greif ich ohne Zegern in de FickeUn schicke meinen Bederschfeng nach Rom.Um änne Sammlung mich drum ’rum zu schlauchen,Uff den Gedanken bin ich nie gegomm –Der heilge Vader gann de Näbge brauchenSeiddem sen seinen Gärchenschdaad genomm.

Er ging ja bleide, wärde nich gesammeld,Weil alles, was bei ihn in Brode schdehdUn was drum ’rum an seinen Hofe bammeld,Noch nich ämal uff änne Guhhaud gehd.Mid Miehe nur wärd der Edah befummeldUn unwillgierlich balld mer seine Faust,Denn Leo ward noch obendrein beschummeld,Er wärd sogar direkdemang bemausd.

Da muß mer sehn, wie mer in seiner LageDie unerleßliche Erleichdrung bringd,Un es entstehd fer unsereen de Frage,Wie mer änn greßern Obolus erzwingd.Da bin ich ähm bei meinen Scheff, den alden,Ins seberade Gefderchen gegang,Um ihn de ganse Mährde vorzuhaldenUn änne hehre Gahsche zu verlang.

Er meende ehrschd, ich hädde wohl den Rabbel,Denn so änn Argwohn hädder nie gehegd,Doch schließlich biß er in den sauern AbbelUn fuffzig Märkchen had er zugelegd.Er zog änn Flunsch, un’s waren nich zum Lachen,Denn mager is jetzt der Geschäfdsgewinn,Was awwer wollde denn der Alde machen,Da ich nu eemal unendbehrlich bin?

Ins Bordmanneh ergießd sich jetzd im ginfdigAn jeden Letzden ä vermehrder Strom –Un dieses Mehr, ich nehms un lache zinfdigUn schicke alles an den Babst nach Rom.Der muß sich frei’n, wenn er den fedden Batzen,Der obendrein aus Sachsen gommd, erwischd;Es is von Wichdiggeed, sich einzugratzen,Un daderbei gost mich de Sache nischd!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Rudolf Lavant Gedichte, 3. Auflage, Akademie Verlag, Berlin, 1965
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Bederschfeng“, Fassung 3.650.507 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rudolf Lavant starb 1915; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1985 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 10218299X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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