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Versbuch

De wilden Männer an ahlen Rahdhause

Rudolf Lavant · 18441915

41 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 11. April 1907

Fahr ich Sie vor ä baar Dagen,Weil mich Eile derzu zwang,In än ebelebdschen WagenUnser ahles Rahdhaus lang,Un ich hawwe ohne ZweifelGroße Oogen da gemachd,Denn an Sims sahk ich — foi Deifel! —Zwee Verbrecher angebrachd.

Färchden mußde sich ä jederUn es schdreibde sich mei Haar,Un dernähm war Sie ä zweeder,Der nich minder scheißlich war.Suchden diese ä Zerwärfnis,Um een nachher anzugralln,Hädde jeder das BedärfnisSich än Säwel umzuschnalln.

Wassen Meestel hier gelungen,Waren, wie mer das so schien,Zwee gans exdra schwerer JungenGalgenfisionnemien.So was had mer nie gesehenUn ä effendlichen Haus —Wie zwee Schustergugeln schdehenAußen Gobb de Oogen 'raus.

Aus Reschbekd vor allen Alden,Wenns ooch nie nich scheene war,Wärn se sicherlich erhaldenDieses nowle Briederbaar,Un de Nachweld wird sich fragen,Nimmdese in Oogenschein,Was denn das aus friehern DagenFer verhaune Gunden sein.

Gans genau weeß es je geener,Wer de hier is angebrachd,Aber schließlich meend denn eener,Daß mer sich än Scherz gemachd,„'s Reich gehd niemals außen Leime,Wemmern Floddenbund verdraun,Drum hamm Liewerde un GeimeSe an Rahdhaus ausgehaun.“Fritzchen Mrweesesnich.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
off, Leipziger Volkszeitung, Leipzig, 11. April 1907
Digitalisat
de.wikisource.org — „De wilden Männer an ahlen Rahdhause“, Fassung 3.650.602 · Bearbeitungsstand „korrigiert“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rudolf Lavant starb 1915; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1985 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 10218299X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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