Wendla
Frank Wedekind · 1864–1918
16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1905
Sieh die taufrische Maid,Erst eben erblüht;Durch ihr knappkurzes KleidDer Morgenwind zieht.
Wie schreitet sie rüstig,Jubiliert und frohlockt,Und ahnt nicht, wer listigUnterm Taxusbusch hockt.
Der allerfrechste WeidmannIm ganzen Revier,Er tut ihr ein Leid anIn frevler Jagdbegier.
In einem langen KleideGeht sie nun bald einher,Sinnt vergangener ZeitenUnd jubelt nicht mehr.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Die vier Jahreszeiten, 1. Auflage, Albert Langen, Verlag für Litteratur und Kunst, München, 1905
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Wendla“, Fassung 3.780.034 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Frank Wedekind starb 1918; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1988 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118629867 der Deutschen Nationalbibliothek.
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