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Versbuch

Fromme Wünsche

Richard Dehmel · 18631920

15 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1893

Nach Cecco Angiolieri.

Wär ich der Wind, ich risse die Welt in Fetzen,wär ich das Feuer, zerfräß ich sie zu Funken,wär ich das Meer, sie läge längst versunken,wäre ich Gott, Spaß: gäb das ein Entsetzen!

Wär ich der Papst, wie würd’es mich ergetzen,zu ärgern meine Christen, die Hallunken!Wäre ich König, ließ’ich wonnetrunkenmein Volk mit Hunden an den Galgen hetzen!

Wär ich der Tod, besucht’ich auf der Stelledie lieben Eltern wieder mal; als Lebenbeträt ich nie und nimmer ihre Schwelle!

Wär ich der Cecco – hm, der bin ich eben;drum wünsch’ich Mir die schönsten Jungfernfelleund will die häßlichen gern Andern geben!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Aber die Liebe, 1. Auflage, Dr. E. Albert & Co. Separat-Conto, München, 1893
Digitalisat
de.wikisource.org — „Fromme Wünsche“, Fassung 1.479.489 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Richard Dehmel starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118679236 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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