Der Schwan
Rainer Maria Rilke · 1875–1926
12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1907
Diese Mühsal, durch noch Ungetanesschwer und wie gebunden hinzugehn,gleicht dem ungeschaffnen Gang des Schwanes.
Und das Sterben, dieses Nichtmehrfassenjenes Grunds, auf dem wir täglich stehn,seinem ängstlichen Sich-Niederlassen —:
in die Wasser, die ihn sanft empfangenund die sich, wie glücklich und vergangen,unter ihm zurückziehn, Flut um Flut;während er unendlich still und sicherimmer mündiger und königlicherund gelassener zu ziehn geruht.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Neue Gedichte, S. 44, 1. Auflage, Insel-Verlag, Leipzig, 1907
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der Schwan (Rilke)“, Fassung 3.443.618 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.
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