Der Tod der Geliebten
Rainer Maria Rilke · 1875–1926
14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1918
Er wußte nur vom Tod, was alle wissen:daß er uns nimmt und in das Stumme stößt.Als aber sie, nicht von ihm fortgerissen,nein, leis aus seinen Augen ausgelöst,
hinüberglitt zu unbekannten Schatten,und als er fühlte, daß sie drüben nunwie einen Mond ihr Mädchenlächeln hattenund ihre Weise wohlzutun:
da wurden ihm die Toten so bekannt,als wäre er durch sie mit einem jedenganz nah verwandt; er ließ die andern reden
und glaubte nicht und nannte jenes Landdas gutgelegene, das immersüße —.Und tastete es ab für ihre Füße.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Der neuen Gedichte anderer Teil, S. 8, Insel-Verlag, Leipzig, 1918
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der Tod der Geliebten“, Fassung 3.449.392 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.
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