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Versbuch

Flackerschein

Paul Haller · 18821920

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1922

Ich sah einer Flamme goldhaarig Flackern,Da war’s nur ein Schein auf welligem Strom,Mondlicht, wer weiß, aus den Bäumen geronnen,Sonngeweb, hinter Wolken gesponnen.

O meine Seele, was quält dich der Tag?Warst doch aus Feuer zur Flamme geboren,Wurdest ein Flackerschein,Weitab von der Sonne verloren.

Freu dich, der Abend sinkt.Goldene Decken breiten sich linde.Schlummer, kühl mir das Haupt,Dem weinenden Kinde.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 83, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
Digitalisat
de.wikisource.org — „Flackerschein“, Fassung 876.778 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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