Geist im Sturm
Paul Haller · 1882–1920
15 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1922
Du, der sich suchen, doch nicht finden läßt,Dein Sturm und Regen hat mich eingehüllt.Wie Trost umfängt mich diese rauhe NachtUnd streichelt mich. Und meine Seele ruht,Sie ruht von wilder Unruh aus.
Ich war allein, nun ist dein Sturm um mich;Damit die Nacht nicht stumm und einsam sei:Reich’ mir die Hand, umschling mich, küsse mich?Ström’ ein in mich, daß du in meiner Brust,Und ich in deiner Seele sei.
Nun sind die Menschen fern und doch so nah,Und auch die fernsten Meere sind bei mir.Nicht ich, nicht du, ein Freudebrausen nurUnd Liebesruf ins All. Verborgener,Du warst in deinem Sturm bei mir!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 74, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Geist im Sturm“, Fassung 876.814 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.