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Versbuch

Ihr Klänge und ihr Düfte

Marie Eugenie Delle Grazie · 18641931

21 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1892

8.

Ihr Klänge und ihr Düfte,Ihr Farben heiß und grell,Ihr buhlerischen LüfteUnd Fluthen silberhell —

Wer je in sich getrunkenDen Zauber eurer Pracht,Bleibt immerdar versunkenIn eures Bannes Macht:

Ihr legt um’s Herz ihm Schlingen,So kosig, wie der Süd,Drin sich die Düfte fingenVon Allem, was da blüht;

Ihr haucht ihm Melodien,Berückend-süß, in’s Ohr,Und Purpurfarben sprühenVor seinem Blick empor;

Und strahlend wird die Sünde,Und Raserei das Glück,Und sprengt er eure Bande,Bleibt drin sein — Herz zurück!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Italische Vignetten, S. 112, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892
Digitalisat
de.wikisource.org — „Ihr Klänge und ihr Düfte“, Fassung 584.021 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Marie Eugenie Delle Grazie starb 1931; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2001 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118746278 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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