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Versbuch

Victoria Regia

Louise Otto-Peters · 18191895

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1893

Ein holdes Bild aus der Romantik TagenWill noch einmal sich uns verkörpert zeigen,Aus stillen Wasser holde Blüten steigenUnd schwimmen, von den Wellen sanft getragen.

Inmitten sehen wir die Holde ragen,Als Königin erkannt in diesen Reichen,Vor der sich freudig alle Nymphen neigenWenn sie das Aug’ zum Lichte aufgeschlagen.

In blendend Weiß mit rotem Saum gekleidet,So wiegt sie sich auf ihrem grünen Throne,Und goldne Fischlein spielend sie umwerben.

Doch wenn sie wieder von dem Throne scheidet,Dann taucht sie nieder, wie das Haupt die Krone,Um unterm Blätterschilde still zu sterben.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Mein Lebensgang. Gedichte aus fünf Jahrzehnten. S. 192, 1. Auflage, Moritz Schäfer, Leipzig, 1893
Digitalisat
de.wikisource.org — „Victoria Regia“, Fassung 636.734 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Louise Otto-Peters starb 1895; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1965 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118590901 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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