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Versbuch

Saisonbeschluß

Kurt Tucholsky · 18901935

21 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1919

Nun reibt der Heldenvater sich mit Margarinedie Schminke aus dem fetten Doppelkinn,und auch im Silberhaar die Heroinelegt alles ab und hin.

Verstaubt und leer steht nun der Kassenschalter;sie schieben alle nacheinander ab:das Personal und der Konkursverwalterund Herr von Glasenapp.

Und es erheben sich so manche Fragen:Da Hollaender nicht immer schweigen kann,– der Speichel rinnt auch in den warmen Tagen –wo läßt es dieser Mann?

Wovon soll der Gerichtsvollzieher leben?Es bleibt nicht immer, wie es einstens war …und wohin soll er nun den Kuckuck kleben?O einziger Lothar!

Und kurz und gut: Nicht immer gings dem süßen KindeThaliens gut, und meistens nur so so …Nun aber kommen Wiesen und die Sommerwinde –Rideau!Rideau!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Fromme Gesänge, S. 71, Felix Lehmann, Charlottenburg, 1919
Digitalisat
de.wikisource.org — „Saisonbeschluß“, Fassung 3.791.218 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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