Tiefe Stunden verrannen
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
15 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1910
Wir rührten uns nicht.In den alten TannenSchlief ein Gedicht.
Stieg ein Duft aus dem Heu,Wie ihn die Heimat nur haucht. – –Sahst du das Reh, das scheuDort aus dem Duster getaucht?
Wie es erst fremd und bangSich die Stille beschaute,Leise sich näher getrauteUnd jäh entsprang – –!
Weißt du, wir schwiegen und sannen:Kommt es wohl wieder?Und wir senkten die Lider.Tiefe Stunden verrannen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 23, 1. Auflage, Hans Sachs-Verlag Schmidt-Bertsch & Haist, München, Leipzig, 1910
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Tiefe Stunden verrannen“, Fassung 2.543.484 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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