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Versbuch

Umarm ihn nicht

Joachim Ringelnatz · 18831934

15 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1932

Umarme den, der dir gefällt.Vorbei ist er dir leicht verloren.

Ich nehme an, dein Geist hat OhrenZu hören, was man von dir hält.

Umarme ihn, wenn eine GlutDich vorwärts drängt, ihn zu begrüßen.Dann leg ihm deinen Mut zu Füßen.Und mache kein Geschäft. — Sei gut.

Du warst zu dreist, wenn du nicht lesenKannst, ob ihn die Umarmung freut.

Ich bin auch mehrmals so in Glut gewesenUnd hielt mich still. Hab mich gescheut,Und hab Versäumtes hinterher bereut.

Und glaube doch: Wir brauchen weite Fernen,Einander wahr und rein kennen zu lernen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte dreier Jahre Seite 71, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „Umarm ihn nicht“, Fassung 3.026.888 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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