Stuttgarts Wein- und Bäckerstübchen
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1934
Vor dem heißen Ofen balgenKatzen sich. Wie dumme Jungen.Auf dem Tisch an kleinem GalgenHängen Brezel, schön geschwungen.
Würdebärte schlürfen kräftigWichtig diskutierte Weine. –Links im Laden bückt die kleineBäckerstochter sich geschäftig.
Zinn blitzt von der Holz-Fassade.Zeichnungen an allen Wänden,(Stumm, mit mehlbestaubten HändenRückt der Wirt die schiefen gerade.)
Setzte mich so ganz bescheiden hinUnd vergaß auch nicht, sehr laut zu grüßen.Dennoch ließen Blicke mich leicht büßen,Daß ich kein Stuttgarter bin.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute S. 82–83, Ernst Rowohlt, Berlin, 1934
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Stuttgarts Wein- und Bäckerstübchen“, Fassung 3.778.728 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.