Telefonischer Ferngruß
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1934
Ich grüße dich durchs Telefon,Guten Morgen, du Gutes!Ich sauge deiner Stimme TonIn die Wurzeln meines Mutes.
Ich küsse dich durch den langen Draht,Du Meinziges, du Liebes!Was ich dir – nahe – je Böses tat,Aus der Ferne bitt ich: Vergib es!
Bist du gesund? – Gut! – Was? – Wieviel? –Nimm’s leicht! – Vertraue! – Und bleibeMir mein. – – Wir müssen dies WellenspielAbbrechen – – Nein „dir“ Dank! – – Ich schreibe! – –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute S. 7–8, Ernst Rowohlt, Berlin, 1934
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Telefonischer Ferngruß“, Fassung 3.779.619 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.