Zum Inhalt springen
Versbuch

Straßenbahn 23 und 13

Joachim Ringelnatz · 18831934

11 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1928 (Erstausgabe 1927)

STRASSENBAHN 23 UND 13

Was nur in Frankfurt sich begibt:Die Trambahn hielt auf offner Strecke.Sie sah am Wege eine SchneckeUnd sagte gähnend: „Steigen Sie ein, wenn es Ihnen beliebt.“Die Schnecke wehrte: „Danke, mir pressiert es.“Da gab die Bahn ein Abfahrtssignal und noch eins und ein drittes und viertes.Und wirklich begann sie allmählich weiter zu fahren,Um noch vor Sonntag die nächste Station zu erreichen.Dort lagen an dreihundert Leichen,Lauter Leute, die über dem Warten verhungert waren.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Reisebriefe eines Artisten, S. 25, 5.–9. Tausend, Ernst Rowohlt, Berlin, 1928 (Erstausgabe 1927)
Digitalisat
de.wikisource.org — „Straßenbahn 23 und 13“, Fassung 1.023.604 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Joachim Ringelnatz

Alle Gedichte von Joachim Ringelnatz ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.