Königslied
Rainer Maria Rilke · 1875–1926
12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt Weihnachten 1896
DARFST das Leben mit Würde ertragen,nur die Kleinlichen macht es klein;Bettler können dir Bruder sagen,und du kannst doch ein König sein.
Ob dir der Stirne göttliches Schweigenauch kein rotgoldener Reif unterbrach, –Kinder werden sich vor dir neigen,selige Schwärmer staunen dir nach.
Tage weben aus leuchtender Sonnedir deinen Purpur und Hermelin,und, in den Händen Wehmut und Wonne,liegen die Nächte vor dir auf den Knien …
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Traumgekrönt, S. 67, Weihnachten 1896
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Königslied“, Fassung 3.029.775 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.
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