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Versbuch

Spute dich!

Joachim Ringelnatz · 18831934

16 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1934

Spute dich, ehe das Postamt schließt!Wenn auch ein Anziehn für nur zehn MinutenUnd ein Pustegehtaus-Lauf verdrießt,:Minute spart Tage im Sputen.

Fertiggestellt und nicht abgeschickt – –,Wem nützen halbe Sachen?Freut man sich nicht nach Erwachen,Wenn man schon Antwort auf gestern erblickt?Freut man sich, wenn die Uhr nicht mehr tickt?

Versäume nichts, wenn dich der MomentMahnt. Irgendwer, der dich liebt und kennt,Stirbt vielleicht fern, während du niest.Ahnt vielleicht, daß du ihn nicht liebst. – –

Wenn du ihm jetzt schriebst,Ihm, den du nicht wiedersiehst – –

Spute dich, ehe das Postamt schließt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute S. 10, Ernst Rowohlt, Berlin, 1934
Digitalisat
de.wikisource.org — „Spute dich!“, Fassung 3.778.927 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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