Stalltüren
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
17 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1929
Zwei dicke ElefantenWollten inkognitoHeimwandern. Doch alle PassantenErkannten die ElefantenAls Flüchtlinge aus dem Zoo.
Und wenn sich auch niemand getraute,Sie anzufassen, ward ihnen doch klar,Daß man ihre Absicht durchschauteUnd daß nun bald was im Gange war.
Verfolgt von einem großen HeerVon Schauvolk und SoldatenUnd Autos, Mob und FeuerwehrSchwenkten sie links und betratenZwei Eingänge einer Bedürfnisanstalt –Für Herren und für Damen –Und äpfelten. – Schutzleute kamenUnd haben sie niedergeknallt.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Stalltüren“, Fassung 3.779.869 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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