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Versbuch

Stettin

Joachim Ringelnatz · 18831934

14 Zeilen · zuerst gedruckt 1928 (EA 1927)

Denke dir: Einer von den drei Borris ist tot.Der Löwe hat ihn zerfleischt und halb aufgefressen.Gerade der (das werde ich nie vergessen),der damals in Riga mir seinen Lackschuh anbot. –Heute hab ich zum Abendbrotdas Würstchen von deiner Mutter gegessen. –Auch Marcell, der Gedächtniskünstler, ist hier.Die Leute klatschen bei ihm wie besessen.Er schuldet mir noch aus Mailand 200 Lire;aber das hat er vergessen. –Ich sende dir ein Postpaket Muscheln,Pfahlmuscheln (Petroleumsmuscheln sagen wir hier.)Nimm sie wie Hackfleisch. Ich wollte, ich wäre bei dirund könnte kuscheln.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Reisebriefe eines Artisten, S. 35, 5.–9. Tausend, Ernst Rowohlt, Berlin, 1928 (EA 1927)
Digitalisat
de.wikisource.org — „Stettin (Ringelnatz)“, Fassung 1.023.887 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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