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Versbuch

Mißmut

Joachim Ringelnatz · 18831934

17 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1933

Ein Rauch verweht.Ein Wasser verrinnt.Eine Zeit vergeht.Eine neue beginnt.Warum? Wozu?Denk’ ich dein Fleisch hinweg, so bistDu ein dünntrauriges Knochengerüst,Allerschönstes Mädchen du.

Wer hat das Fragen aufgebracht?Unsere Not.Wer niemals fragte, wäre tot.Doch kommt’s drauf an, wie jemand lacht.

Bist du aus schlimmem Traum erwacht,Ist eine Postanweisung da,Ein Telegramm, ein guter Brief, –Du atmest tiefWie eine Ziehharmonika.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
103 Gedichte, S. 45–46, 1. Auflage, Ernst Rowohlt, Berlin, 1933
Digitalisat
de.wikisource.org — „Mißmut“, Fassung 3.026.662 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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