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Versbuch

München-Hamburg-Altona-Amerika

Joachim Ringelnatz · 18831934

22 Zeilen · zuerst gedruckt 1928 (EA 1927)

Denn von München bis nach Hamburg hin,Dritter Klasse, ist kein rechter Schlaf.Ob Artist, ob müde oder Schaf –Jedenfalls: ich merke steif: Ich bin.Aber grüßt mich in HannoverSchon ein kühles, blondes Lineal.Elbe abwärts, über den KanalWeht ein frischer Wind nach Dover.Denn dies Hamburg liegt nicht weit vom Meere,Wohinein der Binnenländer sticht.Und am Dammtor stehen Leip und Kläre,Die wie Whiskysoda zu mir spricht.Und ich melde dannMich bei dir an Deck,Dicker, treuer Kaptein Muckelmann.Und du lächelst über mein Gepäck.Abends lassen wir uns hin und herBis nach AltonaDurch die Hafenkneipen treiben,Nur damit wir unsrem Peter ScherNach AmerikaEine schöne Ansichtskarte schreiben.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Reisebriefe eines Artisten, S. 49, 5.–9. Tausend, Ernst Rowohlt, Berlin, 1928 (EA 1927)
Digitalisat
de.wikisource.org — „München-Hamburg-Altona-Amerika“, Fassung 2.185.522 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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