Letzter Ritt
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
23 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1928
Eine Sentimenze
Ein Mädchen rittIhren SchimmelZum SchlachterIm SchrittNach dem Städtchen.Gott regneteUnd segneteDas traurige Mädchen.
Da vergoß esEine TräneIn die MähneDes RossesUnd ritt weiter hin.Als der Schlachtersknecht,Etwas angezecht,Jener ReiterinGuten Morgen bot,War sie tot.
Ein GewitterBrach vom Himmel.Und der SchimmelSchmeckte bitter.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Allerdings, S. 136, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1928
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Letzter Ritt“, Fassung 3.026.803 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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