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Versbuch

Mannheim

Joachim Ringelnatz · 18831934

23 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1928 (EA 1927)

Schaff mir doch jemand den Schutzmann vom Hals!Der Kerl schreitet ein.Ich möchte doch gar nichts weiter, alsNur laut schrein. Ganz laut schrein.Der aber schreit: Nein,Das dürfte nicht sein.

Was wär’ nun an meinem GeschreiSchlimmes dabei?Wenn ich doch heute so fröhlich bin.Dafür haben die von der PolizeiGar keinen Sinn.

Paßt auf, ihr Leute, was ich nunTue. Ich werde nichts Böses tun.Wenn ich jetzt laufe,Läuft der besäbelte MannWie wild hinterher.Aber ich laufe schneller wie der.Und werde schrein, was ich nur schreien kann.

Was wissen die PolizeinVom redlichen Fröhlichsein.

Am Südpol darf jeder Seelöwe schreinSo laut wie er will. –

Schon gut, ich bin ja schon still.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Reisebriefe eines Artisten, S. 70, 5.–9. Tausend, Ernst Rowohlt, Berlin, 1928 (EA 1927)
Digitalisat
de.wikisource.org — „Mannheim (Ringelnatz)“, Fassung 1.091.128 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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