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Versbuch

Liebesbrief

Joachim Ringelnatz · 18831934

18 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1910

„Rösl, morgen Abend um zehneUnter dem Standbild der Pallas Athene,Wo wir uns doch so oft schon getroffen,Beide die Brust voll Bangen und Hoffen,Immer so froh. Sind gewandert nach irgendwo,Sind gewandert durch Nacht und TauBis in das schüttelnde Morgengrau. – –Busseln und Lieben!! –Weiß nicht, was wir getrieben,Weiß nicht, wo all die Stunden geblieben.Und dann immer das alte Lied:Jeder wollte scheiden und keiner schied.Und dann gingst du doch, –Aber ich stand und lauschte noch,Lauschte, bis ferne dein Schritt verhallt.

Rösl, ich mag dich so leiden!!Gelt Rösl, wir beidenWerden nimmer alt?“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 32, 1. Auflage, Hans Sachs-Verlag Schmidt-Bertsch & Haist, München, Leipzig, 1910
Digitalisat
de.wikisource.org — „Liebesbrief (Ringelnatz)“, Fassung 2.543.422 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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