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Versbuch

Kuttel Daddeldu über Nobile

Joachim Ringelnatz · 18831934

21 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1929

(Juli 1928)

So große Kerle gingen tot.Gott weiß, was fern in höchster NotNoch heute kämpft, vom Eis umklammert,Für dieses Großmaul, das jetzt jammertUm seinen angequetschten Zeh.

Wann hat ein Captain je in SeeAls Erster seine Crew verlassen?!Dem möcht ich in die Kiemen fassen!

Ach, daß sie den gerettet haben!Er müßte, tief ins Eis gegraben,Mit einem Lorbeerstock im Hintern,Solang die Welt steht, überwintern.

Verflucht, ich kann nicht richtig beten,Doch hab ich eine solche Wut.Gott sei zu Amundsen recht gut.Und wenn mir Nobile begegnet,Will ich ihm das Gedärm zerknetenUnd ihn und sein ihm teures LebenAn andre Fäuste weitergeben,So, daß er Luft und Wasser segnet.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
Digitalisat
de.wikisource.org — „Kuttel Daddeldu über Nobile“, Fassung 3.780.257 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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