Landregen
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
16 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1934
Der Regen rauscht. Der RegenRauscht schon seit Tagen immerzu.
Und Käferchen ertrinkenIm Schlammrinn an den Wegen. – –Der Wald hat Ruh.Gelabte Blätter blinken.
Im Regenrauschen schweigenAlle Vögel und zeigenSich nicht.
Es rauscht urewige Musik.
Und dennoch sucht mein BlickEin Streifchen helles Licht.Fast schäm ich mich, zu sagen:Ich sehne mich nach etwas Staub.
Ich kann das schwere, kalte LaubNicht länger mehr ertragen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute S. 76–77, Ernst Rowohlt, Berlin, 1934
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Landregen“, Fassung 4.303.837 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.