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Versbuch

Lappalien

Joachim Ringelnatz · 18831934

22 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1928 (EA 1927)

Auf einer Hochzeitsreise von ItalienNach Senegalisch-DakarGesellten sich zwei LappalienUnd ein Deckoffizier zu dem jungen Paar.

Der Deckoffizier trat dazwischen,Und die Lappalien baten ihn leise,Sich einzumischenAufbauschenderweise.

Als die Lappalien beim Landen verschwanden,Schritten das Paar und der DeckoffizierAufgeregt über den Pier,Bis sie zuletzt eine Kerbe fanden.

Da wurde der Ehemann zornig blau.Da schlug der Deckoffizier mit der FrauIn dieselbe Kerbe.Da rief die Frau: „Zu Hilfe! Ich sterbe!“

Da wurde der Deckoffizier backbordrotUnd schoß den Ehemann tot.

Der Frankfurter Eherechtsanwalt StettSchickte zum Begräbnis zwei Dahlien,Aß sieben Zwiebeln und ging dann zu BettUnd verfluchte die beiden Lappalien.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Reisebriefe eines Artisten, S. 64, 5.–9. Tausend, Ernst Rowohlt, Berlin, 1928 (EA 1927)
Digitalisat
de.wikisource.org — „Lappalien“, Fassung 1.091.707 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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