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Versbuch

Lampe und Spiegel

Joachim Ringelnatz · 18831934

10 Zeilen · zuerst gedruckt 1924

„Sie faule, verbummelte Schlampe,“Sagte der Spiegel zur Lampe.„Sie altes, schmieriges Scherbenstück,“Gab die Lampe dem Spiegel zurück.Der Spiegel in seiner ErbitterungBekam einen ganz gewaltigen Sprung.Der zornigen Lampe verging die Puste.Sie fauchte, rauchte, schwelte und ruste.Das Stubenmädchen ließ beide in Ruhe,Und doch: Ihr schob man die Schuld in die Schuhe.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Kuttel-Daddeldu, S. 91, Kurt Wolff Verlag, München, 1924
Digitalisat
de.wikisource.org — „Lampe und Spiegel“, Fassung 3.778.766 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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