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Versbuch

Laufschritt-Couplet

Joachim Ringelnatz · 18831934

21 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1923

Wenn doch die Pferdebahn noch wär’!Da wurde bald der KondukteurUnd bald der Gaul verdroschen,Und manchmal lief man nebenherUnd sparte sich den Groschen.

Die Feuersbrunst ergriff mich sehr.Das Schulgebäude steht nicht mehr.Schon spielen Kinder fromm umherMit den verkohlten Stücken.Dann räumt man auf, der Platz wird leerUnd nun beginnt die FeuerwehrAllmählich anzurücken.

Der Laufschritt freut beim MilitärUns über alle Maßen.Zwar drückt der Affe reichlich schwer,Ganz abgesehn von dem Gewehr,Der Blase und den Blasen,Doch außerdem: man fühlt sich sehr,Singt: „Wenn ich doch ein Vöglein wär’“Und kann sich so von ungefährDas Mittagbrot vergasen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Turngedichte, Kurt Wolff Verlag, München, 1923
Digitalisat
de.wikisource.org — „Laufschritt-Couplet“, Fassung 3.779.186 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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