Zum Inhalt springen
Versbuch

Im Flughafen Oberwiesenfeld

Joachim Ringelnatz · 18831934

18 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1929

Am Flugplatz vor der RestaurationSitzen wir morgens im Garten,Trinken Whisky und warten. –Ein Russe singt aus dem Grammophon.

Flugzeuge landen von Zeit zu ZeitUnd jedes aus anderer Gegend.Ich höre, daß es in Bozen schneitUnd daß es in Hamburg regnet.

Ich hab eine arktische Landschaft gemalt.Ein Herr hat das Bild gekauft und bezahlt,Und ich weiß, daß er darauf wartet.Wir setzen das Bild – als wär es ein Hauch –Ganz zart in eines Flugzeuges Bauch.Und nun: Dieses Flugzeug startet.

Flieg wohl, du Junkers, du stolzer,Mit meinem eiskalten Bild im Leib!Grüß Zürich, Hügin und dessen WeibUnd euren Herrn Mittelholzer!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
Digitalisat
de.wikisource.org — „Im Flughafen Oberwiesenfeld“, Fassung 3.779.584 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Joachim Ringelnatz

Alle Gedichte von Joachim Ringelnatz ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.