Im Aquarium in Berlin
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1932
Aus tiefster Nacht alles GrauenIm Funkel kindlicher Fernseligkeit.Deine eigenen Augen schauenDich an durch tausendjährige Zeit.
Zwischen atmendem Stein und MimoseWandert und wundert, ohne Schrei,Ohne Klage, das nicht seelenloseNur seelenblinde Vorbei.
Auch dein Herz ist stehengebliebenUnd lauscht — du merkst es nicht —Auf etwas, was nie geschriebenIst und was keiner spricht.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte dreier Jahre Seite 64, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Im Aquarium in Berlin“, Fassung 3.026.882 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.