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Versbuch

Hat jede Frucht ihren Samen

Joachim Ringelnatz · 18831934

19 Zeilen in 9 Strophen · zuerst gedruckt 1932

Hat jemand einen Traum erzählt.Ein Dichter schuf daraus Dichtung.Ein Maler hat die als Sujet gewähltFür ein Bild in grotesker Belichtung.

Viele Tausende haben darüber gelacht.

Ein Wissenschaftler hat nachgedacht,Hat Anderem eine Idee vertraut.

Ein Praktiker experimentierte.Und wieder ein Andrer hat zugeschaut,Hat anderwärts etwas fertiggebaut,Was dann nicht funktionierte.

Und wieder lachten Tausende laut.

Nachdem noch viel gut, böse geschah,Rief eines Tages das Volk: „Hurra!“Denn die Erfindung war da.

Millionen Menschen benutzten sie froh.

Es steht ein Denkmal irgendwo,Preist einen glücklichen Namen.

Hat jede Frucht ihren Samen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte dreier Jahre Seite 46, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „Hat jede Frucht ihren Samen“, Fassung 3.026.867 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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