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Versbuch

Helfen

Joachim Ringelnatz · 18831934

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1929

Es betteln Armut und Betrug.Es betteln die Faulen und Schwachen.Wer viel gegeben, gab nie genug.Ehrliches Lachen darf lachen.

Wir reden gern uns die Schuld vom HalsUnd arbeiten ungern für Faule.Es packt uns Reue erledigtenfallsOder Gruseln bei offenem Maule.

Und ganz erschüttert hörn wir und schreibenVon Armen, die unerreichbar bleiben.

Wie leicht klingt das, wenn jemand spricht:„Hart! Aber das Schwache muß sterben!“Doch dürfen auch manche Leute nichtAm ewigen Helfen verderben.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
Digitalisat
de.wikisource.org — „Helfen“, Fassung 3.780.168 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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