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Versbuch

Heimweg

Joachim Ringelnatz · 18831934

15 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1928

Babette starb – noch vor erhoffter Zeit. –Bei ihrer Nichte stand ein Sarg bereit.Und diese Nichte fuhr mit ihrem GattenNebst Leiche und mit HöchstgeschwindigkeitIm Leichenauto zum Bestatten.

Doch was kommt in Berlin nicht alles vor;Und eben deshalb hatte der ChauffeurIn einem Ladenfenster links am Brandenburger TorMalheur.

Aus Autotrümmern, Scherben und KorsettenZog man Chaffeur, nebst Nichte, nebst Gemahl ganz tot hervor.

Die Leiche nur (wir sprechen von Babetten)Vermochte sich zu retten.Da sie zum Glück nur scheintot wesen war,Ging sie jetzt heim und lächelte sogar.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Allerdings, S. 159, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1928
Digitalisat
de.wikisource.org — „Heimweg“, Fassung 3.026.743 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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