Frucht-Zucht-Frucht
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
16 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1929
Bananen, Melonen, Ananas – –.Alle Früchte haben etwas –Frei gesagt: Unanständiges,Etwas Nuditätes an sich.Darüber freue ich mich.Denn das ist etwas Unbändiges.Instinktiv oder auch bewußtHaben wir alle daran unsre Lust.
Aber die darüber erschreckt sind,Sich entrüsten und jemand verklagen,Denen wollen wir andere sagen,Daß wir schon lang nicht mehr a. A. geleckt sind.Und das muß – wenn auch nur theoretisch –Immer mal wieder auf Erden geschehn.Sonst werden wir Mehlbrei und hyperästhetischUnd werden rot, wenn wir Pfirsiche sehn.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Frucht-Zucht-Frucht“, Fassung 3.780.014 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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