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Versbuch

Der Zahnfleischkranke

Joachim Ringelnatz · 18831934

20 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1923

Was geht mich der Frühling, was geht mich dein dummes Gesicht,Dein Leben an. Aber nur weine nicht.Geh, Mädchen! Geh! Geh!Mir tun meine Zähne,Deine Knietschträne tut noch mehr weh.

Eine entzündete WurzelhautKennt keine Braut,Noch Kunst noch Konstabler.

Wer mir jetzt eins in die Fresse haut,Oder ein KinnladenschußWären immerhin diskutabler.Sterben jetzt, wäre Genuß.

Siehst du den gelben Schaum?Das Fleisch ist ganz weich.

Selbst wenn ich schliefe,Blähen versäumte PräservativeSich Luftschiffen gleichIn meinen Traum.

Stochern muß ich; gib eine Gabel!Was sagst du? Halt deine – Schnabel!!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Turngedichte, Kurt Wolff Verlag, München, 1923
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Zahnfleischkranke“, Fassung 3.779.498 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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