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Versbuch

Ausflug

Joachim Ringelnatz · 18831934

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1928

Es wehten Sommerkleider. Enten schnabelten.Es knirschten kleine Steine,Und meine Blicke wippten über BeineVon Mädchen, die Mist gabelten.

Ein weidgerechter Jäger kam daher,Der sein GewehrAn einem Fels zerschlugUnd sprach: „Genug!“

Scheu dumme – heißt nach unsrer Weltanschauung –Scheu dumme Hühner flüchteten nervös,Und eine himmlische ErbauungKam über mich. Ich war niemandem bös.

Im Achtzigkilometertempo prickeltenUns Phantasien über Tod und Glück,Und in dem Staub, den wir dabei entwickelten,Blieb rein Geschautes jämmerlich zurück.

Wie ich mich fremd in viel Intimes dachte,So schnell vorbei, war’s keine Sünd.Zerzaust, beglückt, weil mir die Landschaft lachteZur Autofahrt Stuttgart nach Schwäbisch-Gmünd.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Allerdings, S. 42, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1928
Digitalisat
de.wikisource.org — „Ausflug“, Fassung 3.026.724 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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