Begrüßung eines soeben Gelandeten
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
21 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1929
BEGRÜSSUNG EINES SOEBEN GELANDETEN
Ich wünsche dir Glück zum festenBoden. – War das dein erster Flug? –Ich glaube, du fährst am bestenDas nächstemal mit dem Eisenbahnzug.
Ganz bleich sieht du aus. Und dochBist du so lebhaft und aussprudelnd froh.Warst du unterwegs ebenso?Du zitterst ja noch.
Ja, die Luft hat keine Balken.Aber nun genieße du das Nun.Über Flügel denken FalkenAnders wie ein Huhn.
Sind dir vier WolkenstundenZu langsam verronnen,Hast du die Erde nun wieder gefunden,Sie neu liebgewonnen.
Wer oben unzufrieden,Ängstlich oder auch krank war,Sei dann hieniedenWenigstens dankbar.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Begrüßung eines soeben Gelandeten“, Fassung 3.779.910 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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