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Versbuch

Auskehr

Joachim Ringelnatz · 18831934

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1928

(Zum Schmutz- und Schundgesetz November 1926)

Schundige, verbrauchte Besen wollen,Nur aus schmutzig-dunklem Hintergrund:Mummgedachte dummgemachte Menschen sollenIhnen helfen gegen Schmutz und Schund.

Wollen also scheinbar Straßen reinigen,Nicht vor eigner Türe, nein! O nein!Herrschen wollen sie und peinigen.Denn man sah in ihren Stiel hinein.

Und da fand man in den Stielen KnutenAus der mittelalterlichsten Zeit.Und wir andern müssen uns nun sputen,Denn die Besen stehen kampfbereit.

Sagen wir nur: Nein!In die Ecke, Besen, Besen!In dem Dreck, wo ihr gewesenSeid, macht euern Dreck allein!Nicht verhandeln.Denn wir wollen rein,Auch durch Schmutz und Schund, in Freiheit wandeln.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Allerdings, S. 118, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1928
Digitalisat
de.wikisource.org — „Auskehr“, Fassung 3.026.714 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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