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Versbuch

Anstachelung beim Zahnstochern

Joachim Ringelnatz · 18831934

32 Zeilen in 9 Strophen · zuerst gedruckt 1928

Ich biete euch Troglodyten die Spitze.Heraus mit euch! Wer sich in LöcherVerkrümelt, ist feig. Ich besitzeDer Pfeile genug in meinem Köcher.

Mit dem Pfeil, dem BogenDurch Gebirg und TalKommt Odysseus gezogenUnd säubert den Augiasstall.

Nein, ich schieße euch frecheBrut nicht. Ich steche!

Ihr mach mich krankMit eurem Gestank.Ihr freßt an mir, anstattMich zu nähren. Ich bin noch nicht satt.

Heraus aus dem Loch!Ich hülle in Spucke euchUnd schlucke euch –Pieks-quieks – doch.

Oder schnipse euch aufs GeratewohlIn ein unbekanntes Hilfdirselber. –Ach mein Backenzahn ist schrecklich hohlUnd wird täglich bröckliger und gelber.

Keine Hand vors Gesicht.Komm, Zahnstöcherchen,Piek die PeinigerAus den Löcherchen!Schäme dich nicht,Denn du bist ein kluger Reiniger.

Immer wacker gespießt!Wenn auch mal Blut fließt.Ich bin nicht bang.

Gesegnete Mahlzeit beim letzten Gang.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Allerdings, S. 103, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1928
Digitalisat
de.wikisource.org — „Anstachelung beim Zahnstochern“, Fassung 3.026.713 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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