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Versbuch

Mein Eifelland

Heinrich Kämpchen · 18471912

36 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1909

Mein Eifelland, so wunderschön,Mit deinen Bergen, Burgen, Höh’n,Mit deinen Maaren still und tief,Als ob darin die Sage schlief,Die hier so weit den Schleier spannt,Ich grüße dich, mein Heimatland.

Ich grüße dich vieltausendmalIm Morgengold, im Abendstrahl,Und wenn der Mond mit bleichem LichtDen Schein um deine Zacken flicht,Mein Heimatland, voll ernster Pracht,Ich grüße dich in dunkler Nacht.

Und bist du arm, und bist du rauh,Du hast den Dolomitenbau,Der seine Glieder trotzig reckt,Hast Sonnentäler, waldversteckt,Mit blanker Flüsse Silberflut,Und noch so viel, was lieb und gut.

Und sind auch deine Aecker kleinUnd mager und durchsetzt von Stein,Und ist es auch kein Weizengrund,Du bist doch wacker und gesund –Und hältst mit lindem MutterarmDie Kinder dein doch weich und warm.

Die Pracht des Rheins hab’ ich geseh’n,Den Spessart und die Taunushöh’n,Ich sah so manchen schönen Ort,Doch zog’s zu dir mich immerfort,Bot auch die Fremde noch so viel,Du, meiner Sehnsucht Ruheziel.

Und bist du arm, und bist du kalt,Du bist doch reich an Wild und Wald,Und fehlt des Ueberflusses Horn,Du hast allzeit zu Brot doch Korn –Doch hielt’ auch Hunger dich umspannt,Ich liebte dich, mein Eifelland.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Was die Ruhr mir sang, S. 89-90, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
Digitalisat
de.wikisource.org — „Mein Eifelland (Kämpchen)“, Fassung 1.097.794 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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