Klein-Meta
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
25 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Sie war des Hauses Sonnenschein,Nun ist die Nacht gekommen. –Der schlimme Tod, der grimme Tod,Der alt und jung gleichviel bedroht,Hat sie von uns genommen. –
Wir hofften noch, als schon der Spruch,Der finst’re, war gesprochen. –Doch immer mehr verglomm der Strahl,Und als die Sonne sank ins Tal,War’s kleine Herz gebrochen. –
Warum? Wie oft schon hat der SchmerzDie Frage bang’ gestöhnet. –Doch keine Antwort kommt zurückZu uns von dem gestorb’nen Glück,Und nur das Echo höhnet. –
Warum? – Der Tod wird nimmer satt,So heute nicht wie morgenAuch du, Klein-Meta, bist sein Raub,Er nahm dich, unsern Bitten taub,Und hält dich gut geborgen. –
Nun ist des Hauses SonnenscheinIn Nacht und Grau’n versunken. –Die Stube leer, die Kammer leer,Und keine, keine Wiederkehr –Erloschen Licht und Funken. –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 18, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Klein-Meta (Kämpchen)“, Fassung 3.518.911 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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